Microsoft Mixed Reality - Der Test.

UNBOXED – Microsoft Mixed Reality Headset von HP

Ein tolles Erlebnis – Händler bleiben auf der Strecke.

 

Microsoft möchte VR-Erfahrungen einem breiten Publikum ermöglichen. Das ist gut so. Wer sich bislang mit dem Thema kaum beschäftigt hat und den direkten Vergleich zu Plattformen wie HTC Vive oder Oculus Rift nicht kennt, der startet quasi mit einem weißen Blatt. Genau das haben wir gemacht. Als völliger Neuling in VR-Technologien haben wir das HP-Mixed Reality Headset getestet.

 

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Inhalt der Box - HP VR-1000 Headset mit Anschlusskabeln und 2x Bluetooth Controller

 

Das HP Windows Mixed Reality Headset VR1000-100 ist das erste Headset, das wir testen konnten. Dazu sei gesagt, dass Microsoft uns als Partner in diesem Zusammenhang nicht durch ein Testgerät unterstützt hat. Selbst der Bezug über die Distribution ist für einen Händler derzeit scheinbar nicht möglich. Offenbar vertraut der Hersteller ausschließlich dem eigenen Shop, Amazon und einigen anderen großen E-Tailern. Das gilt auch für die gleichartigen Modelle, die von anderen Herstellern im Bereich Microsoft Mixed Reality angeboten werden.  Sie sehen, als Handelspartner von Microsoft spielt der Frust eine gehörige Rolle, was aber auf die Bewertung des Produktes keinen Einfluss haben soll.

 

Unboxing VR – eine unglaublich hochwertige Verpackung.
Und eine völlig sinnlose Materialverschwendung.

Als das HP VR1000 geliefert wurde stand uns die Überraschung förmlich ins Gesicht geschrieben. Nein, sie war sogar im ganzen Empfangsbereich zu sehen. Ein Umkarton des bei uns unbeliebten E-Tailers in den Ausmaßen einer erwachsenen Mikrowelle wollte ausgepackt und entsorgt werden.  Gut, für die Transportverpackung ist der Versender verantwortlich, allerdings fanden wir in der Umverpackung dann zwei sehr stabile Verpackungseinheiten – getrennt nach Headset und Bluetooth Controllern. Beide Kartons sind überdimensional groß und entsprechen sicherlich nicht den Vorstellungen einer kompakten umweltfreundlichen Verpackung. Sei es drum, wir wollen das Produkt testen.

Im Lieferumfang sind das VR-Headset, zwei BT-Controller, ein Anschlusskabel sowie Batterien für die Controller enthalten. Anleitungen, Garantiekarten oder Handbücher sucht man vergeblich.   Man verlässt sich hier scheinbar auf die Intuition des Kunden.

Nachdem wir den Verpackungsmüll beseitigt haben und die Altpapiertonnen zur Abholung an die Straße gestellt haben, wollen wir das Headset jetzt in Betrieb nehmen. Das stellt sich wirklich einfach dar. Nachdem die Batterien in die Controller eingelegt sind, kann es losgehen. Es ist übrigens ganz interessant, dass die Abdeckungen der Batteriefächer bei beiden Controllern unterschiedlich sind.

Als Testrechner verwenden wir einen HP Prodesk mit einem Core i7 Prozessor, 8GB RAM, BT 4.0 einer 256 GB SSD und einer nachträglich eingebauten GTX-1050 Karte. Das sei schon vorab gesagt, die vorgeschriebenen Mindestanforderungen für den Betrieb von Mixed Reality sollten die User unbedingt einhalten und groß dimensionieren. Eine GTX-1050 oder GTX-1060 erlauben ein Mixed reality PRO Erlebnis. Hierbei ist es möglich auf dem Display des Rechners, die Erlebnisse des Headsets zu spiegeln. Insbesondere für die Verwendung auf Messen und Ausstellungen ist das ein Muss.

 

Natürlich muss das Windows 10 Creators Update auf dem PC installiert sein. Das haben wir bereits im Vorfeld erledigt.

 

Das Headset ist in 10 Minuten einsatzbereit

Um das Headset nutzen zu können muss man wirklich fast nichts unternehmen. Das HDMI Kabel und das USB Kabel des Headsets mit dem Rechner verbinden und… FERTIG. Der PC installiert jetzt den VR-Viewer und einige Apps vollkommen selbstständig. Der Assistent fordert uns auf die beiden Controller einzuschalten (lange auf das Windows Symbol drücken) und auszurichten. Der ganze Vorgang dauert wirklich nur wenige Minuten. Man kann sich recht einfach eine Spielzone einrichten, damit man nicht gegen Schränke und Tische läuft. Diese Zone sieht mal später als eine Art Käfig, wenn man das HP VR-1000 Headset zum ersten mal aktiv nutzt.

 

Es geht los – der erste Kontakt.

Als wir das VR-1000 von HP das erste mal aufsetzen fällt uns direkt der gute Tragekomfort auf. Das Gerät ist recht leicht (ca.350 Gramm) und lässt sich über eine Stellschraube gut fixieren. Es ist sehr wichtig, die internen Displays genau auszurichten, damit das Bild scharf dargestellt wird.
Man landet zunächst in einer Art Villa, die man individuell gestalten kann. An den Wänden lassen sich Anwendungen fixieren. Vom Edge Browser bis zum Store oder einzelnen Spielen kann man deine Marker an den Wänden der Villa platzieren. Das ist wirklich gut gemacht. Der User taucht in eine völlig neue Welt ein. Auch wenn der Gebrauch der Controller erst etwas ungewöhnlich erscheint, gewöhnt man sich doch sehr schnell daran.

 

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Während uns der VR-Modus generell und das Tracking im Besonderen gut gefallen, fällt uns erst jetzt der fehlende Sound auf. Zurück zur Altpapiertonne an der Straße sehen wir noch einmal nach, ob nicht irgendwas fehlt. Leider ein. Am Headset selber befindet sich ein Klinkenanschluss für einen externen Kopfhörer. In unserem Test verwenden an jetzt aber einen BT Kopfhörer, der sich ohne Probleme neben den Controllern verwenden lässt und diese auch nicht stört.

Uns hat die Präzision der Controller besonders gewundert. Es müssen im Raum keine zusätzlichen Sensoren angebracht werden. Wie auch immer Microsoft das anstellt, es gefällt uns wirklich gut.

Richtig cool ist auch das klappbare Visier des HP VR-1000 Mixed Reality Headset. Dadurch wir es ermöglicht seine Umgebung zwischenzeitig wahrzunehmen, ohne das ganze Headset absetzen zu müssen.

 

Applikationen und Spiele im Microsoft Store

Sucht man im Microsoft Store nach Mixed Reality, so findet man eine kleine Auswahl an Spielen, Video-Apps und Movies die sich durch die Bank gut nutzen lassen. Die teilweise schlechten Bewertungen der Apps können wir nicht nachvollziehen. Es stimmt aber, dass die Spiele im Store zum Teil überteuert angeboten werden. Zudem darf man über die Qualität des Stores durchaus streiten.
In unserem Test funktionierte der Microsoft Store gut, allerdings fehlt es an Rezessionen und positiven Darstellungen. Ähnlich wie bereits bei Windows Phone wirkt das Marketing hier plan- und herzlos.

 

Geduld ist ein Faktor

Wer seine ersten Anwendungen startet, der merkt schnell das Bandbreite und Rechenleistung für ein wirklich geiles VR-Erlebnis unerlässlich sind. Es gibt Spiele und Videos, die eine lange Startzeit haben. Da kann es schon mal eine Minute dauern, bis auf dem VR-1000 die virtuelle Welt im vollen Umfang sichtbar wird. Ist die App aber erstmal geladen, laufen die Anwendungen flüssig.

Nach einem Flug zum Mars haben wir den „Space Pirate Trainer“ getestet. Was sollen wir sagen – einfach geil. Ein simples Arcade Game, das einem das Gefühl gibt mitten in der Space-World eines 80er Jahre Spieles zu sein. Die Grafik ist gut und das Spieleerlebnis ist einfach genial.

 

Was ist denn jetzt los? Ernüchterung nach einem Tag.

Am zweiten Tag unseres Tests machte sich kurzfristig Ernüchterung breit. Die Steuerung schien teilweise auszusetzen und einige Apps ließen sich über die Controller nicht bedienen. Das lag daran, dass die Batterien der BT Controller leer waren. Ob das so schnell sein muss, lassen wir mal dahingestellt. Nach dem Tausch der Akkus hat unser VR-Set aber wieder klasse funktioniert.

 

 

Zum Abschluss – ein gelungener Start in Mixed Reality

Microsoft nennt die neue Generation der Headsets „Mixed Reality“. Das ist natürlich nicht richtig. Es handelt sich um ein VR Headset das keinen Blick auf die reale Welt ermöglicht. Man ist in einer völlig anderen Dimension.

Der Preis von 449.00 Euro für ein VR-Headset mit zwei Controllern scheint nicht übertrieben, aber auch nicht preiswert. Das Angebot richtet sich eher an Einsteiger in Mixed Reality, die nicht in der Welt der Spielekonsolen unterwegs sind. Einfach gesagt – VR für den normalen Windows User, der einfach mal die virtuelle Realität erleben möchte.

Das Angebot im Microsoft Store ist noch sehr dürftig. Währen unseres Tests konnten wir aber feststellen, dass jeden Tag neue Anwendungen hinzukommen.

Es bleibt zu hoffen, dass Microsoft diese Produktserie nicht behandelt wie seine mobile Devices. Der Zugang der Handelspartner zu den Produkten lässt zumindest nicht viel erwarten. Das wäre sehr schade. Wünschenswert ist ein breiter Zugang zum Markt und das Microsoft in Verbindung mit den Hardware Herstellern in diesem Bereich endlich mal was durchzieht.

 

 


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3 Kommentare

  • Günther Reihdorfer 14. November 2017

    Danke für die Zusammenstellung

    Tolle Zusammenfassung
     
  • Thomas Spartelli 14. November 2017

    Microsoft Mixed Reality

    Vielen Dank für die objektive Berichterstattung. Wirklich schade, dass Microsoft uns Händler nicht umfassend an der Verbreitung dieser Technologie teilhaben lässt.
     
  • Martin Oberleiter 14. November 2017

    Realitätsnaher Erfahrungsbericht. Danke!

    Danke für den Bericht. Zur mangelnden App-Auswahl sei zu sagen, dass Microsoft bis Jahresende plant die Kompatibilität zu allen Steam-VR-Apps herzustellen, da würde dann wirklich ein ganzer Batzen an VR-Anwendungen dazukommen. Dass die Dinger nicht über die Distribution erhältlich sind finde ich allerdings sehr schade und verheißt wohl auch für die Zukunft nichts Gutes.
     
 

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